Eine Klausur lernen, schreiben, bestehen

Klausuren gehören zum akademischen Alltag, wie das Buch in die Bibliothek. Ohne sie kann in fast keinem Fach Wissen in einem ausreichenden Maß vermittelt werden. Allerdings ergeben sich Unterschiede je nach Dozent, Fach und Fakultät. Jede Form bringt ihre eigenen Anforderungen mit sich und stellt dadurch unterschiedliche Ansprüche an die Studenten. Die unterschiedlichen Überprüfungsverfahren sind Ihnen in diesem Artikel in aller Kürze vorgestellt. Dabei erfahren Sie, in welchen Fächern welcher Klausurtyp am häufigsten anzutreffen ist. Ein Verständnis für die Prinzipien der wissenschaftlichen Arbeiten kann dabei helfen, die nächste Klausur zu meistern. „Eine Klausur lernen, schreiben, bestehen“ weiterlesen

Essay als eine Art wissenschaftlicher Arbeiten

Der Begriff Essay stammt aus der französischen Sprache von „essayer“, was in der Übersetzung „versuchen“ heißt. Ein Essay ist ein „Denkversuch“. Sie dürfen persönlich und vielseitig schreiben und sollten Ihre Ansprüche an das Ergebnis hoch ansetzen und Ihren Standpunkt entsprechend deutlich zum Ausdruck bringen. Dieser Standpunkt darf subjektiv sein, allerdings müssen Sie das begründen können. Dabei brauchen Sie nicht so streng wissenschaftlich vorzugehen, wie das bei Ihren Hausarbeiten der Fall ist.

Warum Sie Essays schreiben sollten

Vielleicht ist das Essay Teil einer Prüfung, vielleicht handelt es sich aber um eine freiwillige Arbeit. Nehmen Sie die Herausforderung an, denn Sie werden viel lernen. Ganz besonders hilft es Ihnen dabei, sich anhand von Fakten eine Meinung zu bilden und sie knapp und präzise zu formulieren. Sie lernen außerdem, sich so auszudrücken, dass auch Leser ihre Argumentation nachvollziehen können, die sich noch nicht mit der Thematik befasst haben. Das ist eine gute Schule für Ihr späteres Arbeiten und eigene Veröffentlichungen.

Was Sie über Essays wissen müssen

Ein Essay ist keine konkrete Textsorte, deswegen sie haben die Möglichkeit, Ihre eigenen Vorstellungen einzubringen. Das gilt für den Ausdruck und die Ausarbeitung. Unterscheiden müssen Sie lediglich, ob Sie ein nicht-fiktionales oder ein erklärendes und argumentatives Essay schreiben wollen. Ein nicht-fiktionales Essay ist vor allem durch eine verständliche Sprache gekennzeichnet und in einem solchen Essay müssen Sie außerdem klar und nachvollziehbar argumentieren. Dabei sollten Sie die Sichtweise und das Verständnis Ihrer Leser im Auge behalten. Bei der zweiten Form, die als angelsächsische Struktur bezeichnet wird, stehen die Erklärungen und Argumente im Fokus. Sehr wahrscheinlich wird Ihre Aufgabe sein, ein Essay der zweiten Variante zu schreiben. Dass Sie den Umgang mit wissenschaftlichen Arbeitstechniken beherrschen, müssen Sie in einem Essay nicht nachweisen. Tatsächlich geht es vor allem um die von Ihnen aufgestellten Fragen.

Merke: Arbeiten Sie bei einem Essay Ihre eigene Perspektive aus und beziehen Sie einen Standpunkt.

Achten Sie genau auf die Anweisungen

Bei der Bearbeitung sollten Sie auf die Vorgaben des Professors achten. Berücksichtigen Sie darüber hinaus, dass es bei einem Essay nicht darum geht, Definitionen und Lehrmeinungen wiederzugeben. Entwickeln Sie Ihre eigene Haltung.

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So muss Ihr Essay aufgebaut sein

Ihr Essay hat einen Anfang, einen Hauptteil und den Schluss, dabei verwenden Sie keine Zwischenüberschriften, sondern machen Sie die verschiedenen Teile durch Abschnitte kenntlich. Hier droht der erste Fehler bei der Ausarbeitung. Wenn Sie zu sehr darauf achten, dass Ihre wissenschaftliche Arbeit in drei Hauptteile unterteilt wird, kann es zu thematischen Abbrüchen kommen. Das Risiko ist besonders hoch, wenn Ihnen beim Schreiben noch etwas einfällt, was Sie ebenfalls bearbeiten möchten. Achten Sie daher auf den roten Faden. Hilfreich sind folgende Fragen, die Sie im Rahmen Ihrer wissenschaftlichen Arbeit abarbeiten können:

  • Welche Fragen stelle ich mir?
  • Welche Antworten sind offen?
  • Womit habe ich mich noch nicht befasst?
  • Was fällt mir bei der Bearbeitung des Themas auf?

Bevor Sie mit der Bearbeitung beginnen, planen Sie Ihre Literatur, auch wenn Ihre persönlichen Gedanken zum Thema den Schwerpunkt ausmachen. Arbeiten Sie sich ein, lesen Sie aber nur so viel, dass Sie sich eine Meinung bilden können. Andernfalls laufen Sie Gefahr, gängige Lehrmeinungen zu übernehmen oder sich zumindest davon beeinflussen zu lassen. Sie müssen nicht mit den Lehrmeinungen übereinstimmen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Ansichten schlüssig begründen können.

Notieren Sie sich während der Recherche was Ihnen auffällt und was Sie für nachdenkenswert halten. Mindmaps haben sich für die Vorbereitung von Essays besonders bewährt. Wenn Sie sich ausreichend mit der Literatur befasst haben, formulieren Sie Ihre These.

Einleitung, Hauptteil, Schlussteil

Die Einleitung sollte möglichst mit einem aktuellen Thema beginnen, dann stellen Sie Ihre These vor. Die These ist Ihr Leitsatz, den Sie später prüfen und beweisen. In der Einleitung bereiten Sie Ihre Leser auf das Thema vor und achten Sie darüber hinaus auf eine aussagekräftige Überschrift. Halten Sie Ihre Einleitung aber möglichst kurz.

Anschließend beginnen Sie mit dem Hauptteil. Nun können Sie Ihre Argumentation für und gegen Ihre These ausarbeiten. Arbeiten Sie mit Absätzen und befassen Sie sich in jedem Absatz mit einer Fragestellung oder Behauptung und natürlich mit der Begründung. Achten Sie darauf, dass Ihre Argumentation nachvollziehbar und strukturiert ist.

Ihre wissenschaftliche Arbeit muss keinen hohen wissenschaftlichen Anspruch erfüllen, dennoch sollte es flüssig zu lesen sein. Außerdem müssen Sie darauf achten, dass der Leser erkennt, dass Sie sich intensiv mit der Fragestellung auseinandergesetzt haben und entsprechend Antworten liefern können. Besonders wichtig ist außerdem, dass das Essay eine klare Struktur hat. Es müssen nicht alle Fragen beantwortet werden, vielmehr soll es Denkanstöße liefern.

Greifen Sie in Ihrem Schlussteil noch einmal die zu Beginn gestellten Fragen auf. Im Anschluss können Sie Ihre Meinung ausformulieren. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das angesichts der Fragestellung möglich und sinnvoll ist. Vielleicht haben sich Ihnen während der Bearbeitung auch Fragen gestellt, die sich im Essay nicht behandeln ließen und diese Fragen können Sie im Schlussteil anbringen.

Kontrollieren Sie vor der Abgabe

Bevor Sie Ihr Essay abgeben, arbeiten Sie es noch einmal sorgfältig durch. Lesen Sie Ihre Fragestellungen erneut und prüfen Sie, ob Sie sich im Text wirklich mit allen Fragen ausführlich befasst haben. Gerade bei gut zu bearbeitenden Fragen oder solchen, die Ihnen liegen, besteht die Gefahr, zu umfangreich zu werden und das sollten Sie vermeiden. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht versehentlich selbst widersprechen. Das kann passieren, wenn Sie während des Schreibens Ihre Meinung ändern. Die Möglichkeit besteht vor allem, wenn Sie in Ihrer Literatur Fakten finden, die Ihnen so nicht bewusst waren. Passen Sie Ihr Essay dann entsprechend an.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Haben Sie alle Argumente ausgiebig verdeutlicht?
  • Stimmt die Reihenfolge der Argumente?
  • Müssen die Argumente unterschiedlich gewichtet werden?

Wenn Sie die selbst gestellten Fragen in Ihrem Essay beantwortet haben und die Struktur stimmt, ist Ihr Essay abgabefertig. Sollten Sie öfter Essays schreiben, gewinnen Sie an Routine. Gehen Sie aber deshalb nicht leichtfertig an die Bearbeitung eines Essays, sondern konzentrieren Sie sich auf die These und Ihre Kernfragen. Solche wissenschaftlichen Arbeiten werden vor allem bei kontrovers diskutierten Themen gern empfohlen, wie Sie hier nachlesen können.