Zitieren ist einfach – Zitate gehören in die Arbeiten

Wenn du ein Zitat nicht als solches kennzeichnest, geht der Prüfer davon aus, dass es sich um deine eigene Aussage oder Erkenntnis handelt. Tatsächlich handelt es sich dann aber um ein Plagiat, denn du gibst eine fremde Aussage als die eigene aus. Das gilt auch dann, wenn du das gar nicht beabsichtigt hast. Der Urheber der Aussage hat sogar zivilrechtliche Ansprüche gegen dich, wenn du ein Zitat nicht kenntlich machst. Als Studierende lernst du daher von Anfang an das richtige Zitieren. Fehlt der Hinweis auf Zitate, droht dir lange nach der Verleihung eines akademischen Titels eine Aberkennung, wenn dein Fehler offenkundig wird. Aber nicht nur fehlende Hinweise auf Zitate sind ein Problem, auch die falsche Zitierweise bringt dich als Studierende in Schwierigkeiten.

Wann sind Zitate notwendig?

Zitate sind notwendig, um Aussagen zu untermauern, aber auch um verschiedene Aussagen einander gegenüberzustellen. Sie dienen also der wissenschaftlichen Absicherung der eigenen Argumentation und dabei muss das Zitat in einem erkennbaren Zusammenhang mit dem Text stehen. Bei der Verwendung von Zitaten ist außerdem Zurückhaltung geboten. Sie sind auch nicht überall sinnvoll oder erlaubt, beim Einfügen von Zitaten kannst du dafür geeignete Programme verwenden. Das empfiehlt sich deshalb, weil sich der formale Aufbau einer Seite schnell verschieben kann, was kann dazu führen, dass du alles noch einmal erarbeiten musst.

Wie immer du strukturiert bist, sei bei Zitaten sehr gründlich. Notiere die Quellen sorgfältig, und zwar nicht nur in deiner Arbeit, sondern auch zusätzlich auf einem Quellenblatt mit Quervermerk auf die Textstelle. Wenn dir die Quelle eines Zitats verloren geht, kannst du es nicht mehr verwenden und bei großer Bedeutung des Zitats kann das die Bearbeitung deiner Arbeit unmöglich machen.

Sicherung von Printquellen und Informationen aus dem Internet

Gedruckte Aussagen, die du zitieren willst, solltest du dich kopieren. Vermerke auf dem Blatt alles zur Quelle, inklusive wem das Buch gehört und wo du es notfalls wiederfinden kannst. Sicher weißt du, dass du Internetquellen nur mit Bedacht für deine Arbeit heranziehen kannst. Bedenke, dass diese Beiträge jederzeit geändert werden können. Mit etwas Pech sind sie gar nicht mehr abrufbar. Sichere dich so weit ab, dass du die jeweilige Seite ausdruckst, z. B. mit einem Screenshot und dich alles notierst, vor allem aber die Adresse und das Datum des letzten Abrufens. Bei deinem Quellennachweis nennst du den Autor zuerst, dann folgt der Titel des Beitrags und die vollständige Adresse. Füge anschließend in Klammern das Datum des letzten Zugriffs ein.

Es gibt die Möglichkeit, dass es sich bei dem Beitrag um eine Internetveröffentlichung eines gedruckten Beitrags handelt. In diesem Fall musst du das Gesamtwerk nennen. Das gilt dann, wenn der Beitrag aus einer Onlinezeitung stammt. Prüfe in jedem Fall das Impressum und lies andere Beiträge von dieser Seite, befasse dich außerdem intensiver mit dem Autor, wenn er dir vorher nicht bekannt war. Vermeide unseriöse Quellen zu zitieren.

Wer ist eigentlich der Verfasser?

Nicht immer wird auf den ersten Blick deutlich, wer der Verfasser ist, weil der Verfasser eine Organisation oder in Institut sein kann. In diesem Fall wird nur diese Quelle genannt, und zwar möglichst unter ihrem bekannten Kürzel. Texte mit dem Kürzel o.V. (ohne Verfasser), werden auch so gekennzeichnet. Prüfe hier besonders sorgfältig, ob der Beitrag überhaupt zitierwürdig ist. Gibt es in einem Beitrag keine Seitenangabe, kannst du die Seite nicht zitieren, aber der Hinweis muss dennoch folgen, und zwar als o.S. (ohne Seite). Fehlt die Jahreszahl, mach das mit o.J. deutlich. Hier solltest du kritisch prüfen, ob du mit der Quelle überhaupt arbeiten kannst. Keinesfalls sollte sich deine Arbeit auf mehrerer solcher unklaren Quellen berufen.

Das Zitat stammt aus einer weiteren Quelle

Wirklich problematisch ist die Verwendung von Zitaten, die bereits von anderen zitiert wurden. Dafür gibt es in der Literatur unzählige Beispiele, die als Sekundärzitate bezeichnet werden. Solche Sekundärzitate solltest du nur verwenden, wenn die tatsächliche Quelle für dich nicht zugänglich ist. In diesem Fall solltest du den ursprünglichen Beitrag und die Zusammenhänge aber genau kennen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass dein Zitat Fehler enthält und das kann die Wortwahl betreffen oder den Zusammenhang.

zitate

Das musst du über indirekte Zitate wissen

Indirekte Zitate sind solche, die sich auf andere Veröffentlichungen beziehen, hier werden Inhalte sinngemäß und ohne Anführungszeichen übernommen. Auch hier ist natürlich der Autor zu nennen. Mach den Hinweis durch ein vgl. (vergleiche) am Anfang des Quellennachweises deutlich. Natürlich kannst du den Autor direkt nennen, in diesem Fall fügst du seinen Namen, das Jahr der Veröffentlichung und die Seitenzahl in die Klammer ein. Der Hinweis muss dort stehen, wo du den Hinweis im Text formulierst. Nur so wird der direkte Bezug deutlich.

Arbeite mit mehreren Texten, die von Autoren mit gleichem Nachnamen stammen, entscheidet der Anfangsbuchstabe des Vornamens über die Reihenfolge. Das Beispiel: Müller.A; 2014, Müller.B; 2011). Stammt der Text von mehr als drei Autoren, nenne nur den ersten Autor. Damit deutlich wird, dass weitere Autoren existieren, schreibe u.a. (und andere) oder et al. (et aliter – und andere) hinter den Namen. Sind es drei oder weniger Autoren, trenne die Namen mit einem Schrägstrich voneinander. Der Anfangsbuchstabe des Vornamens entscheidet, wer zuerst genannt wird. Achte grundsätzlich bei allen Zitaten darauf, dass sie sich vom restlichen Text abheben. Wenn du selbst noch etwas ergänzst, setze deine Aussagen mit dem Hinweis „d. Verf.“ in eckige Klammern.

Einführung in das korrekte Zitieren

Es gibt unterschiedliche Zitierweisen, die je nach Fachbereich bevorzugt werden. Zu unterscheiden ist die Harvard-Zitierweise von der Chicago-Zitierweise.

Zitieren nach Harvard

Bei der amerikanischen Zitierweise (Harvard) werden die Quellen mit Namen des Autors, Erscheinungsjahr, Seitenzahl in den Fließtext eingefügt. In das Quellen- oder Literaturverzeichnis gehören dann die vollständigen Informationen. Das gilt auch dann, wenn es sich um Informationen aus dem Internet handelt und nicht etwa um gedruckte Beiträge aus Büchern oder Magazinen. Die Herausgeber werden übrigens nicht genannt.

Zitieren im Chicago-Style

Beim Chicago-Style arbeitest du mit Fußnoten. Du kannst hier auf das Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit verweisen. In die Fußnote gehört dann der Nachname, der Vorname, das Jahr und die Seite.