Studiengänge: Tendenzen und Innovationen

Sicherlich ist es heutzutage nicht ganz einfach aus der schier endlosen Masse an Studienfächern zu wählen. Allerdings solltest du dich die Frage nach deinen Fähigkeiten und Interessen, nicht zuletzt auch nach deinem späteren Berufswunsch stellen. Hänge dich nicht an derzeit gefragte oder besonders hippe Studiengänge, nur weil diese gerade im Trend liegen. Wenn dir dein gewähltes Fach nicht liegt, wirst du auch später auf dem Arbeitsmarkt mit ziemlicher Gewissheit keine guten Chancen haben.
Studiengänge

Beliebte Studiengänge

Tatsächlich liegen ganz klassische Studienfächer wie Jura oder BWL noch immer ganz vorne auf der Beliebtheitsskala. Auch Informatik, Wirtschaftsinformatik, Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Physik und Medizin liegen weiterhin hoch im Kurz. Zu guter Letzt schafft es natürlich auch das Ingenieurwesen in die Rangliste der gefragtesten zehn Studiengänge. Dabei ist der Anteil an Männern und Frauen oft gleich hoch. Allerdings gibt es insgesamt bei der Studienwahl noch immer feine Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern, denn Männer wählen noch immer lieber ein Studienfach mit einem Bezug zur Technik und Frauen belegen eher Studiengänge aus dem sprach- und kulturwissenschaftlichen Bereich.

BWL bleibt der Liebling

BWL ist seit vielen Jahren der beliebteste Studiengang überhaupt und bleibt dies sicher auch noch eine Weile. Das Studium der Betriebswirtschaftslehre lehrt nämlich nicht nur die Grundlagen betriebswirtschaftlicher Aspekte, sondern unterrichtet auch Fähigkeiten, die für Management-Positionen benötigen. So werden etwa deine Kompetenzen in der Mitarbeiterführung geschult, deine Kenntnisse im Marketing-Bereich verbessert und du musst neben guten Kenntnissen der Mathematik zudem oft auch beherrschte Fremdsprache mitbringen. BWL ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern ein beliebter Studiengang, was nicht zuletzt auch daran liegen mag, dass die Jobaussichten ziemlich gut sind. Immerhin mehr als 70 % der Absolventen steigen direkt nach deinem Studium in das Berufsleben ein.

Maschinenbau – die Männerdomäne

Fachkräftemangel und allgemeine Veränderungen der Bevölkerung und Wirtschaft führen seit Jahren dazu, dass Maschinenbau ein Studien-Magnet bleibt. Nicht verwunderlich, denn mehr als 90 % der Absolventen eines Maschinenbau-Studiums finden innerhalb eines Jahres nach ihrem Abschluss einen Job. Vor allem Deutschland ist Vorreiter, was Maschinenbau-Studenten angeht. Hier wird sozusagen die Elite von morgen ausgebildet. Gutes deutsches Handwerk eben. Deutsche Maschinenbauer haben auf der ganzen Welt einen besonders guten Ruf. Auch Maschinenbauerinnen haben diesen selbstredend, allerdings gibt es auch derzeit nur knapp 10 % Frauenanteil in diesem Studiengang.

Wirtschaftsingenieurwesen – ein sicherer Arbeitsplatz in der Industrie

Beim Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen werden technische Aspekte mit denen eines Ingenieursstudiums miteinander kombiniert. Ergänzt wird der Lehrplan durch wirtschaftliche Schwerpunktthemen, sodass Absolventen aus diesem Fachbereich über ein breit gefächertes Wissen verfügen, das für eine Vielzahl an Berufsmöglichkeiten im Bereich der Industrie die Türen öffnet. An manch einer Universität kannst du bereits bestimmte Schwerpunkte, wie Produktionsmanagement, Fahrzeugwirtschaft oder Chemietechnik, innerhalb des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen wählen.

Medizin – die Frauendomäne

Bei Medizin verhält es sich einmal ganz anders: Der Frauenanteil ist fast doppelt so hoch wie der der Männer. Da Medizin weiterhin zu den gefragtesten Studiengängen zählt, ist aber auch die Anzahl der Interessenten viel höher als es tatsächliche Studienplätze gibt. Wenn du in Zukunft einen der begehrten knapp 50.000 Studienplätze ergattern möchtest, dann sollten deine Noten im Abitur bereits im Einser-Bereich liegen, um deinem akademischen Traum überhaupt ein Stück näher zu kommen. Der Numerus Clausus ist bei Medizin immer noch entscheidend für einen Platz. Alternativen für diejenigen, die in eine ähnliche Richtung gehen möchten sind Medizintechnik, eHealth, Biomedical Engineering oder der stark wachsende Zweig der Pflegewissenschaften.

Informatik – die Zukunft

Noch bessere Jobaussichten als ein Maschinenbauer hat der Informatik-Student. Mehr als 95 % der Absolventen finden direkt einen Job – manchmal werden sie sogar komplett ohne praktische Berufserfahrung noch während sie studieren, angeworben. Unternehmen aus der Internet-Branche, Softwareentwickler oder Entwickler von IT-Systemen werben dich direkt ab und das bei einer durchschnittlichen Vergütung von rund 3.500 Euro Monatsgehalt. Kein schlechter Sprung vom armen Studenten direkt in die Mittelklasse.

Kunst & Pädagogik – Kreative braucht die Welt

Ebenfalls gefragt sind weiterhin kreative Studiengänge und jene aus dem pädagogischen Bereich. Pädagogen, Sozialpädagogen und Erzieher sind weiterhin sehr gefragte Berufe. Daher empfiehlt sich ein Studium in diesem Bereich, da auch hier oft keine Ausbildung genügt, sondern ein akademischer Abschluss verlangt wird. Die Karrieremöglichkeiten sind später sehr vielfältig und werden in den nächsten Jahren auch nicht weniger.

Einen Aufwärtstrend erlebt auch der Studiengang Kunst. Den Ruf, man verdiene damit kein Geld, Kunst sei brotlos und würde sich nicht lohnen, ist unlängst überholt. Die Tage, in denen man unter einem Kunststudium noch die reine Praxis der bildenden Künste verstand gehören längst der Vergangenheit an. Auch theoretisch ausgerichtete Studiengänge wie Kunstgeschichte und Kunst- und Kulturwissenschaften sind längst keine Fächer mehr, in denen man nichts fürs Leben lernt. Sie involvieren mittlerweile auch die gesamte Bandbreite der sogenannten neuen Medien und vereinen nun theoretisches mit praktischem Wissen. Die stark interdisziplinäre Ausrichtung zielt bereits während des Studiums auf die Anforderungen der späteren Berufe in Museen, Kunstvereinen oder kulturellen Institutionen ab. Sofern du dich also für Kunst und Kultur interessierst, sollte Studiengänge wie Kulturen des Kuratorischen, der an der HGB Leipzig angeboten wird, oder Ausstellungsdesign, das du an der HfG Karlsruhe studieren kannst, definitiv bei deiner Suche nach dem richtigen Studiengang berücksichtigt werden. Du kannst jedoch nicht erwarten, dass die jeweilige Hochschule von dir einzig Kreativität und Fantasie erwarten. Auch hier sind die Ansprüche an die Studenten hoch und vielseitig.

Ein guter Rat zum Schluss

Für alle Studiengänge gilt jedoch: Je weiter du später aufsteigen möchtest, desto höher sollte dein Abschluss sein. Mit einem Bachelor-Abschluss hast du Jahre später im Berufsleben nicht die gleichen Chancen bei deinen Gehaltsverhandlungen, wie diejenigen mit einem Master. Du wirst . vermutlich immer weniger verdienen. Gleiches gilt natürlich auch beim Einstiegsgehalt. Du bringst zwar Erfahrung mit, aber hast nur den Bachelor gemacht? Dann wird sich das in deinem Durchschnittsgehalt wiederspiegeln.