Aus Interview korrekt zitieren – Beispiele und Tipps


Geschäftsmann, der Fragen stellt und auf die Antworten der Kandidaten während des Interviews hört

Gespräche und selbst geführte Interviews gelten insbesondere in den Geisteswissenschaften als wichtige wissenschaftliche Quellen. Denn die Aussagen der Interviewten verleihen der wissenschaftlichen Argumentation besonderes Gewicht. Der nachfolgende Artikel erläutert, wie du aus Interviews korrekt zitieren kannst.


Die verschiedenen Arten von Interviews zitieren

Interviews sind auf unterschiedliche Arten zu zitieren – je nachdem, ob es sich um ein eigenes, unveröffentlichtes oder ein veröffentlichtes Interview handelt.
 

Eigenes Interview

Bei eigenen Interviews sind die Regeln etwas uneinheitlich. Informationen zum eigenen Interview solltest du auf jeden Fall entweder in einer Fußnote oder als direkten Verweis im Text aufführen. Zitierst du im APA oder Chicago-Stil, verwendest du ausschließlich den persönlichen Verweis im Text. In der nachfolgenden Bibliografie listest du anschließend alle wichtigen Daten zum Interview auf: Verfasser, Datum und die Art des Interviews.
Wichtig: Selbst geführte Interviews listest du im Anhang deiner wissenschaftlichen Arbeit auf. Dabei handelt es sich um Transkriptionen, also Verschriftlichungen deiner mündlich geführten Interviews. Übrigens gehören nicht nur mündliche Interviews, sondern alle Arten der persönlichen Korrespondenz wie auch Briefe, E-Mails oder Telefongespräche dieser Kategorie an.
 

Anonymes Interview zitieren

Mitunter ist es zu Forschungszwecken erforderlich, Personen anonymisiert in Interviews darzustellen. Daher kann der Name der Interviewten im Text nicht genannt werden. Stattdessen bietet es sich an, Nummerierungen zu verwenden.

Ein Beispiel dazu könnte folgendermaßen aussehen: „Teilnehmer 12 beschreibt, dass…“oder auch „Teilnehmer 23 verdeutlicht folgendes...“
 

Veröffentlichtes Interview zitieren

Ein Zitat aus einem veröffentlichten Interview ist prinzipiell mit einem Zitat aus einem Buch oder einer wissenschaftlichen Zeitung gleichzusetzen. Daher fallen die Zitationsregeln hier prinzipiell einheitlicher als bei einem selbst geführten Interview aus. Folglich zitierst du bereits veröffentlichte Interviews wie die Quellen, in denen sie erscheinen. Als Autor benennst du folglich den Verfasser der Publikation, als ebenso gibst du die Quelle im Literaturverzeichnis an. Bei Sprechern gilt wiederum, lediglich den Namen des Interviewers, nicht den Namen des Interviewten anzugeben. Daher macht es Sinn, das Zitat mit dem Namen der interviewten Person einzuleiten.

(Beispiel: Thomas Müller sagt zum Spiel: [..]“) und dahinter in Klammern den Verfasser anzugeben.
 

Die 3 wichtigsten Zitierweisen und Verweise im Text

Es gibt unterschiedliche Zitierweisen, du die bei Interviews anwenden kannst. Wir erklären dir im Folgenden, wie du die Verweise im Text gemäß der jeweiligen Zitierweise richtig belegst.
 

APA-Stil

Bei den Zitationen im APA-Stil unterscheidet man zwischen selbst geführten und bereits veröffentlichten Interviews. Sobald du das Interview vollständig in den Anhang aufnimmst, kannst du im Text auf diesen verweisen.

Ein Beispiel dafür lautet: „Wie im Interview mit Person 1 deutlich wird…“( T. Neuer, E-Mail-Kommunikation, 12.08.2020).

Bei persönlichen Gesprächen reicht ein entsprechender Vermerk im Text, jedoch musst du diese nicht im Literaturverzeichnis aufführen. Führst du das Interview vollständig im Anhang auf, solltest du es in Abschnitte gliedern und im Text entsprechend darauf verweisen (Beispiel: 1.1 etc). Die Leser sollten immer nachvollziehen können, welche Personen die Aussagen tätigen.
Bei einem veröffentlichten Interview greift der gängige APA-Zitationsstil: Hierbei führst du neben einem vollständigen Verweis im Text einen Eintrag im Literaturverzeichnis auf.

Ein Beispiel dafür lautet: Professor Meiner ist der Meinung: „Studierende sollten frühzeitig lernen, richtig aus Quellen zu zitieren“ (Schmidt, 2020, S. 45).
 

Harvard-Stil

Beim Harvard-Zitationsstil verwendest du bei eigenen Interviews zunächst den Zusatzvermerk „Interview“ oder auch „persönliche Korrespondenz“. Zum Schluss werden der Ort des Interviews, die Institutionen sowie das Datum aufgeführt.

Beispiel: „Zitat aus einer persönlichen Korrespondenz“ (Thomas Walter, persönliche Korrespondenz, Institut für Umweltforschung, Sühl, 17.02.2020, siehe Anhang...).

Bei veröffentlichten Quellen gilt auch bei Interviews folgende Zitierweise:

Name, Vorname (Jahr): Titel, in: Buchtitel, Stadt, Ort: Publikation, Jahrgang, Heft, Seite
 

Deutsche Zitierweise

Auch bei der Deutschen Zitierweise sind zusätzliche Vermerke notwendig. So muss der Textverweis aus Angaben zum Autor, Art des Interviews, Ort und Datum bestehen. Ein Beispiel sieht so aus:

Vgl. Torsten Meier, 27.05.2020, Anhang 2.

Auch die persönliche Kommunikation wird nach demselben Schema wie im Anhang zitiert:

Vgl. Meier, Torsten: Persönliches Interview, 27.05.2020, siehe Anhang 2.

Wichtig: Im Gegensatz zur APA-Zitierweise musst du bei Harvard und der Deutschen Zitierweise keinen Namen einer Organisation nennen.

 

Eintrag im Literaturverzeichnis

Selbst geführte Interviews führst du zwar als Anhang, nicht jedoch im Literaturverzeichnis an. Bei veröffentlichten Interviews gilt: Ihre Quelle ist wie eine normale Publikation zu behandeln und gehört folglich ins Literaturverzeichnis aufgenommen.