Hausarbeit im Konjunktiv 1 und 2 schreiben, um Zitate und Quellen richtig zu umschreiben


Studenten studieren und lesen in der Bibliothek
Der Konjunktiv in einer Hausarbeit stellt ein wichtiges stilistisches Mittel dar. Es geht nicht nur darum, dass er sprachlich schöner wirkt, sondern gleichzeitig eine Distanz zur Meinung des Autors herstellt. Diese muss gegeben sein, um deutlich zu zeigen, dass die Aussagen nicht von ihm stammen oder er sogar berechtigte Zweifel zu diesen habe. Deswegen ist der Konjunktiv ein Mittel, den Text wissenschaftlich und eben neutraler zu gestalten. Im Artikel wird nachstehend nun darauf eingegangen, wann der Konjunktiv zu verwenden ist und wie er richtig eingesetzt wird.


Wann verwendet man den Konjunktiv in einer Hausarbeit?


Der Konjunktiv wird mit der Bildung des Verbs gestaltet. In der Regel gibt es 3 Modusformen:
  1. Indikativ
  2. Imperativ
  3. Konjunktiv
Mit dem Konjunktiv drückt der Autor somit aus, dass etwas wahrscheinlich, möglich oder sogar irreal ist. Gerade in der Heranführung an das Thema innerhalb der Hausarbeit werden Hypothesen gebildet, die am besten mit dem Konjunktiv umschrieben werden, solange sie nicht bewiesen sind. Zudem bietet sich bei der Heranziehung wissenschaftlicher Literatur die Verwendung des Konjunktivs. Darauf wird nachstehend intensiver eingegangen.


Konjunktiv beim indirekten Zitieren 


Das indirekte Zitieren bietet sich insbesondere dann an, wenn die Zitate insgesamt zu lang wären, um sie direkt wiederzugeben. Dann empfiehlt es sich, indirekt zu zitieren. Das folgende Beispiel zeigt, wie das funktioniert:
  1. Wolfgang Meyer berichtet hingegen in seiner Forschung, seine Untersuchung führe zu keinem klaren Ergebnis.
  2. Klaus Meyer hat in seinen Untersuchungen festgestellt, dass mehr Gehalt zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit führe.


Konjunktiv bei wissenschaftlichen Quellen 


Es ist wichtig, dass die wissenschaftlichen Quellen auch in der Verwendung des Konjunktivs klar zu erkennen bleiben. Wenn es so gemacht wird, hilft es, eine Quelle als solche zu definieren. Weitere Beispiele zeigen, wie das funktioniert:
  1. C. Peter Hartmann führt in seinem Buch über Sozialforschung aus, dass dies schwierig umzusetzen sei.
  2. In seinen Ausführungen schilderte er, dass jeder Einwand unbegründet sei.


Verwendung des Konjunktivs 1


Beim Zitieren des Konjunktiv 1 ist sich der Autor bereits sicher, dass das Zitat oder die dahinterstehende Aussage korrekt, richtig oder belegt ist. Hier ist es also nur eine Frage der Zuordnung, dass die Erkenntnis dieser wissenschaftlichen Arbeiten nicht direkt auf den Autor zurückgeht, sondern auf einen anderen Wissenschaftler. Seine Sichtweise wird hingegen für richtig befunden. Beispiele sind diesbezüglich:
  1. In der Studie wird gezeigt, dass Rauchen Krebs begünstige.
  2. Die Forschung beweise, dass Sport das menschliche Leben verlängere.


Verwendung des Konjunktivs 2


Mit der Verwendung des Konjunktivs 2 untermauert hingegen der Autor, dass er mit der dahinterstehenden Aussage nicht übereinstimmt, Zweifel an ihr habe oder diese noch nicht belegt sei. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Behauptungen oder bloße Meinungen wiedergegeben werden, die allgemeinüblich als wahr gelten. Beispiele dafür sind:
  1. Geschäftsführer denken oftmals, ein Betriebsrat störte nur.
  2. Er denkt hingegen, es bestünden keine Zweifel daran.
  3. In seinen Ausführungen schilderte er, dass jeder Einwand unbegründet wäre.


Regel zum Konjunktiv mit Beispielen


Nachstehend folgen die Regeln des Konjunktivs 1 und 2 mit entsprechenden Beispielen, um sie einfacher verwenden zu können.


Bildung des Konjunktivs 1


Bezüglich des Konjunktiv 1 gilt die folgende Formulierungsregel:

Verbstamm Präsens + Konjunktivendung = Konjunktiv 1

Den Verbstamm erhält der Autor dann, wenn er das Verb um das „n“ beziehungsweise das „e“ kürzt. Beispiele zum richtigen Bilden sind demnach:
  • Rudolf denkt, er lerne zu viel.
  • Ingrid sagte, sie betreibe zu wenig Sport.
  • Heike meinte, du laufest heute nicht mehr.


Bildung des Konjunktivs 2


Beim Konjunktiv 2 ist die Bildung ähnlich aber etwas anders. Hierbei gilt:

Verbstamm Präteritum + Konjunktivendung = Konjunktiv 2

Neben der Kürzung auf den Verbstamm (siehe oben) gilt noch: Wenn das Präteritums ein a, o oder u, besitzt, sich dieses in ein ä, ö oder ü im Konjunktiv 2 umwandelt. Folgende Beispiele sind demnach gegeben:
  • Du liefest davon, sagtest du.
  • Max spränge nicht von einer hohen Klippe.
  • Er sagte, er schliefe bald ein.
Es ist in der heutigen gesprochenen Sprache oftmals üblich, die Konjunktivform 2 auch mit „würde“ zu bilden. Das ist in der geschriebenen Sprache unschöner und ist von daher in der wissenschaftlichen Arbeit zu vermeiden. Der Vollständigkeit halber sieht dann die Regel folgendermaßen aus:

würd + Konjunktivendung + Infinitiv des Vollverbs = Konjunktiv 2 mit „würde“
 

Fazit


Es ist oftmals umstritten, ob der Konjunktiv überhaupt gebraucht werden sollte. Beispielsweise in den Rechtswissenschaften ist die Diskussion groß. Denn der Gebrauch des Konjunktivs ist auch innerhalb der deutschen Sprachanwendung zunehmend auf dem Rückzug. Erschwerend kommt hinzu, dass beispielsweise im Konjunktiv 1 in der ersten Person Singular, ersten und dritten Person Plural mit dem indikativ zu verwechseln ist. Deshalb nutzen die Sprechenden am Ende „würde“, um Missverständnisse zu umgehen. Gewissermaßen ist sie deswegen eine alternative Möglichkeitsform.

Andererseits ist der Konjunktiv nicht flächendeckend aus wissenschaftlichen Formulierungen zu verbannen, da er akzentuiert festhält, wie der Autor zu den Aussagen steht (Hypothesen) oder ob die Gedanken tatsächlich von ihm stammen (Zitat). Jeder Autor einer wissenschaftlichen Arbeit sollte sich also mit dem Konjunktiv auseinandersetzen, ihn in Grundzügen (wieder) erlernen und entsprechend einsetzen.