Logik im Studium – Weshalb ihre Rolle so wichtig ist


Logik im Studium – Weshalb ihre Rolle so wichtig ist
Bei dem Begriff der Logik handelt es sich um eine der Philosophie zugehörige Wissenschaft, die nicht nur als Studienfach selbst studiert werden kann, sondern auch für andere Fachbereiche eine wichtige Voraussetzung für den Studienerfolg ist. 
Doch was genau ist Logik eigentlich? Und inwiefern ist sie für das Studium von Relevanz? 

Was ist eigentlich Logik?

Der Begriff der Logik stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „denkende Kunst“, beschreibt aber auch eine Vorgehensweise. In der Antike galt die Logik als wichtiger Schritt zum rationalen Denken. Logik ist das Erkennen von Sachverhalten, die Einordnung derselben, sowie die daraus resultierende Schlussfolgerung. Im umgekehrten Fall dient die Logik der Beweisführung, wenn die Folgerichtigkeit eines Argumentes bzw. eines Sachverhaltes durch logische Argumente dargelegt wird. Statt vermeintliche Naturgesetze lediglich zu glauben und auf religiösen Lehren zu begründen, ebnete die Logik und damit die Rationalität den Weg zur modernen Wissenschaft. Mit Rationalität beschreiben wir das logische Denkvermögen eines Menschen. Der Mensch unterscheidet sich von anderen Lebewesen in seinem Verstand. 


Denkgesetze als Basis für Naturwissenschaften

Vor allen Dingen die Mathematik basiert auf dem Denkgesetz. Denkgesetze stammen ebenfalls aus der philosophischen Lehre. Es handelt sich dabei um logische Regeln und Gesetzmäßigkeiten, die erkannt und begründet werden. In der Mathematik kommt dabei das so genannte Assoziativgesetz zur Anwendung.  
Dass Logik nun in den Naturwissenschaften unverzichtbar ist, leuchtet jedem ein. Doch wie verhält es sich mit anderen Fachbereichen? Wie kann Logik bei Geisteswissenschaften oder bei einem Sprachstudium von Nutzen sein?


Die Relevanz von Logik im Studium

Jede Person erhält unablässig Informationen, die im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden. Je logischer ein Mensch denkt, umso besser gelingt es ihm, komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Für eine Problemstellung kann damit leichter eine Lösung gefunden werden. Den Teilbereich des Gehirns, der diese Arbeit übernimmt, nennen wir das Arbeitsgedächtnis.
Dabei ist logisches Denken kein Talent, dass manche Menschen haben und andere nicht. Im Gegenteil: Logik ist eine elementare Leistung unseres Gehirns, welche wichtig für unsere Entwicklung ist. Kleine Kinder besitzen noch keine Logik. Sie befinden sich nach der Geburt in einem Zustand der Wahrnehmung. In dieser Phase sind sie ein Individuum, noch nicht Teil einer kollektiven Gesetzmäßigkeit. Doch irgendwann beginnt es Gesetzmäßigkeiten abzuleiten und für seine Entwicklung einzusetzen. Es erkennt Zusammenhänge von Handlungen und Vorgängen und zieht daraus logische Schlüsse. 
Bei manchen Menschen sind Rationalität und logisches Denken stärker ausgebildet als bei anderen. Daher tun sich die einen bei rationalen Naturwissenschaften leichter als andere. Doch in seiner Entwicklung muss jeder Mensch auf die ein oder andere Weise logisches Denken und Problemlösungskompetenz entwickeln, ganz gleich, ob er Lesen und Schreiben, eine Sprache oder wirtschaftliche Zusammenhänge erlernt. 


Logik ist mehr als Anhäufen von Wissen

In jedem Studium werden den Studierenden Fakten vermittelt. Viele Studierende scheitern an der Tatsache, dass es im Studium nicht mehr ausreicht, pure Informationen aufzunehmen und auswendig zu lernen. Im Studium müssen aus den Gesetzmäßigkeiten Schlussfolgerungen gezogen und neue Gesetzmäßigkeiten entwickelt werden. Es braucht die Fähigkeit, verborgene Zusammenhänge zu erkennen und weiterzuentwickeln. Sogar Fähigkeiten wie Fantasie oder Kreativität setzen Logik voraus, um Erfahrung weiterzuführen. 
Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Logik ein Studienfach, das zwar nicht so starken Zulauf wie andere Studiengänge findet, dafür aber den Studierenden die Möglichkeit bietet, ihre Fähigkeiten zu rationalem Denken und logischem Handeln weiterentwickeln und für andere Bereiche zu nutzen. „Der Spiegel“, der den Master-Studiengang Logik an der Universität Leipzig in einem Artikel vorstellte, schrieb dazu: „Die Logik hinterfragt das Gesetzte - und schafft Grundlagen für andere Fächer.“


Logik fürs Studium nutzen

Konkret hilft Logik in jedem Lernbereich. Germanistikstudenten etwa können sich anhand von logischen Denkgesetzen leichter in fremde Texte einarbeiten und deren Bedeutung erfassen. Sprachstudenten gelingt es mittels Logik, die Struktur einer Sprache zu verstehen und anzuwenden. Wirtschaftsstudenten potenzieren durch Logik ihre Fähigkeit, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und aktiv Problemlösungen herzuleiten. In der Psychologie ist es menschliches Verhalten, das analysiert wird und auf dessen Verhalten entsprechend Rückschlüsse erfolgen. Dies sind nur einige Beispiele dafür, welche Rolle Logik für jedes individuelle Studienfach einnimmt.   
Aber auch hinsichtlich der Arbeitsorganisation hilft Logik enorm weiter. Wir alle kennen den Begriff der Logistik. Hierbei werden Prozesse optimiert hinsichtlich Bereitstellung, Lagerung und Versand von Produkten. Logistik lässt sich weitgreifender immer dann anwenden, wenn Arbeitsprozesse optimiert werden müssen. Im Studium ist es wichtig, sich zu organisieren, Lernaufwände möglichst rational zu berechnen und zielführende Lernprogramme zu entwickeln. Kurz: Wem es an Logik fehlt, dem fehlt es an Struktur, schätzt Aufwände falsch ein, kann Abgabetermine nicht einhalten und schafft es nicht, die Differenz von relevanten und irrelevanten Informationen zu erkennen.    


Fluide Intelligenz lässt sich trainieren

Die Fähigkeit zu logischem Denken und zur Problemlösung nennt man auch fluide Intelligenz. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese fluide Intelligenz grundsätzlich genetisch bedingt ist, bis zum Erwachsenenalter zu-, ab einem Alter von 25 Jahren wieder abnimmt. 
Woran erkennen wir fluide Intelligenz oder anders ausgedrückt, die Fähigkeit zu logischem Denken?
  • Menschen mit fluider Intelligenz können sich in neuen Situationen besser zurechtfinden
  • Sie tun sich leichter im Erlernen von Fremdsprachen
  • Sie können sich veränderten Arbeitsbedingungen besser anpassen
  • Sie eignen sich unbekannte Bereiche und Fachwissen schneller an
Alles also nur eine Frage der Genetik? Das hieße, dass sich beispielsweise Studenten, denen logisches Denken nicht von Natur aus in die Wiege gelegt wurde, grundsätzlich schwerer im Studium tun. Doch das ist nicht richtig. Auch wenn die genetische Veranlagung eine Rolle spielt – Logik lässt sich durchaus auch trainieren. 

So lässt sich Logik entwickeln

Um logisches Denken zu trainieren, gibt es folgende Möglichkeiten:
  1. Routinen durchbrechen: Wer häufiger seine Gewohnheiten ändert, gibt dem Gehirn die notwendigen Anreize. Dazu reicht es beispielsweise aus, einfach mal neue Anfahrtswege zur Universität auszuprobieren. 
  2. Spiele wie Schach oder Dame, die logisches Denken verlangen
  3. Regelmäßig Kreuzworträtsel und andere Denksportaufgaben lösen
  4. Professionelles Gehirntraining: Es gibt zahlreiche Übungsprogramme, die mittels kleiner Aufgaben die verschiedenen Bereiche des logischen Denkens trainieren. Diese werden von Neuropsychologen entwickeln und stellen eine Art Fitnesstraining für das Gehirn dar. 
Darüber hinaus gibt es zum Thema Logik auch an vielen Universitäten und Fachhochschulen wie auch privaten Bildungseinrichtungen weiterführende Angebote und Seminare zum Thema Logik.