Gruppenarbeit: so gelingt sie!

Eine Gruppenarbeit kann so ziemlich jeden treffen. Bereits in der Schule oder später in der Ausbildung oder im Studium wird man mit der Gruppenarbeit in Berührung kommen. Die Zusammenarbeit ist kontrovers, denn häufig fragt man sich, ob man in einer Gruppenarbeit überhaupt etwas lernt.

In der Schule sagen viele Schüler, dass die Schüler alle so verschieden seien. Weiterhin gibt es einige Faule, die sich schnell aus der Arbeit ausklinken und dann diejenigen, die die fleißig sind und die komplette Arbeit an sich reißen, obwohl die Arbeit aufgeteilt werden sollte. Dann kommt noch die Benotung, die ja bei ungleicher Arbeitsaufteilung nicht ganz fair ist.

Was ist eine Gruppenarbeit und wie funktioniert sie?

Die Gruppenarbeit definiert wie Lernziele erreicht und Inhalte erarbeitet werden. Dabei wird der Lernerfolg zum Großteil durch die Gruppenarbeit bestimmt. Die Grundidee der Zusammenarbeit basiert auf dem Konstruktivismus, dabei darf die Lehrkraft nicht in den Lernprozess eingreifen. Die Teilnehmenden sollen selber den Stoff eigenständig erarbeiten. Vorgaben sollten dabei so gut wie gar nicht vorhanden sein, damit der Mensch seine Gedanken und Gefühle frei entfalten könne.

In der Arbeit geht es darum, dass eine Gruppe von Menschen sich „zusammenrauft“, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Oftmals ist die Aufgabe von einer einzelnen Person gar nicht zu lösen. In einer Gruppenarbeit aber wird die Aufgabe in Teilaufgaben aufgesplittert und diese dann entsprechend den individuellen Neigungen und Fähigkeiten verteilt.

Die Herausforderung der Gruppenarbeit liegt darin, dass man sich als Teilnehmer mit anderen Blickwinkeln auseinandersetzen muss. Natürlich ist es üblich, dass nicht alle Ansichten in einer Gruppe zusammenpassen. Je größer die Gruppe ist, desto schwerer gestaltet sich eine effektive Zusammenarbeit.

Welche Vorteile eine Arbeit in einer Gruppe hat

  • Arbeit im Team steigert die Lernmotivation
  • Ergebnisse in einer Gruppenarbeit übersteigen oftmals diese, die in einer Einzelarbeit nicht möglich wären
  • Es werden die sozialen und kommunikativen Kompetenzen gefördert
  • Es können kreative Problemlösungen erzielt werden
  • Lerninhalte werden ohne Einschreiten einer Lehrkraft selbstständig innerhalb der Gruppe erarbeitet
  • Lerneffekt ist in einer Gruppe größer

Die Arbeit in der Gruppe ermöglicht den Teilnehmenden eine Aufgabe zusammen zu bearbeiten und anschließend gemeinsam das Arbeitsergebnis zu präsentieren. Während die Teilnehmer mit anderen Teilnehmenden in der Gruppe die Inhalte diskutieren, werden die kommunikativen und sozialen Kompetenzen jedes Gruppenmitgliedes gefördert. Weiterhin werden Problemlöse- und Präsentationsfertigkeiten gefördert.

gruppenarbeit

Wo die Gruppenarbeit eingesetzt wird

Gruppenarbeiten werden mittlerweile an vielen Lehreinrichtungen durchgeführt. Dazu zählen nicht nur Schulen, Ausbildungsstätten oder Universitäten, sondern auch Volkshochschulen. Gruppenarbeiten haben pädagogische Zwecke und die Zusammenarbeit an der Hochschule gestaltet sich anders als an der Schule. Weiterhin geht man eine Gruppenarbeit an der Ausbildungsstätte anders an, als an der Hochschule oder Schule.

Gruppenarbeit in der Schule

In der Schule setzt man die Gruppenarbeit ein um den Erwerb von Sozial- und Selbstkompetenzen zu ermöglichen. Die Anforderungen einer Zusammenarbeit in der Schule setzen Fähigkeiten in der Selbst- und Methodenkompetenz des Lernenden voraus.
Es geht insbesondere darum folgende Kompetenzen des Schülers zu entwickeln:

  • Festlegung des Ziels,
  • Planung der Arbeitszeit,
  • Gesprächsführung,
  • Feedback,
  • Aufnehmen von Daten,
  • Präsentieren von Ergebnissen,
  • Visualisieren.

Zunächst musst du als Lehrer die Gruppen richtig einteilen. Du musst überlegen, wer mit wem zusammenarbeiten soll. Du kannst auswählen, ob du die Einteilung steuern oder die Schüler selbst die Gruppeneinteilung vornehmen.

Gerade wenn es um Teamarbeit auf der Arbeit geht, kann man sich nur in den seltensten Fällen aussuchen, mit wem man zusammenarbeitet. Gerade hier kann die Gruppenarbeit auf das Leben richtig vorbereiten. Die Fähigkeit mit den verschiedensten Menschen zusammenzuarbeiten wird nicht erst an der Hochschule oder in der Ausbildung vermittelt, sondern bereits in der Schule.

Als Lehrer hast du die Aufgaben zu verhindern, dass die Einteilung durch Sympathien erfolgt. Denn dann kommt das dazu, dass immer wieder die gleichen Menschen zusammenkommen und sich meist nur leistungshomogene Gruppen herausbilden, was die Vermittlung der notwendigen Kompetenzen unterbindet.

Gruppenarbeit in der Ausbildung

Die Ausbildung ist der erste Schritt in den Job. Bereits hier lernt man viele praktische Fähigkeiten, die man bei Übernahmen in das Unternehmen braucht. Die Ausbildung ist mit dem wirklichen Job fast ähnlich, nur das hier noch theoretische Bezüge hergestellt werden, die für die erfolgreiche Jobausführung notwendig sind. Da man auf der Arbeit in Teams zusammenarbeiten muss, wird die Gruppenarbeit bereits in der Ausbildung durchgeführt. Im Vergleich mit der Schule geht es bei einer Gruppenarbeit in der Ausbildung nicht nur um die Vermittlung von theoretischen Inhalten, sondern auch um praktische Inhalte. Diese werden später für die Übernahmen gebraucht.

Wenn du mehrere Auszubildende in der Gruppe unterrichtest, dann sparst du nicht nur Geld und Zeit, sondern du garantierest auch, dass Auszubildende in der Gruppe viel effektiver lernen und dabei auch noch Spaß haben. Auf jeden Fall sind die Auszubildenden viel motivierter, da sie sich den Stoff eigenständig erarbeiten. Ein großer Vorteil ist sicherlich auch, dass der praktische Bezug in einer Ausbildung mit eingebunden wird. Somit können die Auszubildenden das Gelernte sofort anwenden.

Wenn du die Gruppenarbeit in der Ausbildung leitest, dann musst du damit rechnen, dass Probleme und Konflikte nicht ausbleiben. Wenn mehrere Auszubildende zusammenarbeiten, kann es zu Spannungen kommen, insbesondere wenn mehrere Menschen unterschiedliche Auffassungen besitzen. Dies sind  Aspekte, die man nicht vermeiden kann. Vielmehr geht es aber darum den Azubis klarzumachen, dass diese in der Lage sein müssen auch mal unterschiedliche Ansichten zu berücksichtigen, offen für Neues sind und Konflikte lösen müssen können.

Gruppenarbeit an einer Hochschule

Die Gruppenarbeit an einer Hochschule stellt wohl die anspruchsvollste Gruppenarbeit dar. Bei einer Gruppenarbeit an einer Hochschule gibt es keinen Lehrer mehr, der die Gruppen einteilt. Diesen Vorgang übernehmen die Studenten selber. Es geht aber bei dieser Form von Zusammenarbeit weniger darum, dass man sich Kommilitonen aussucht, die angenehm im Umgang sind. Du als Student wirst sehr schnell erkennen, dass du dich diejenigen raussuchst, mit denen du am besten zusammen lernen kannst. Das hat nichts damit zu tun, dass man befreundet ist oder sich sympathisch findet.

Eine Gruppenarbeit an einer Hochschule ist der Normalfall. Du wirst merken, dass der Lernstoff oftmals so voluminös ist, dass dir überhaupt nichts anderes übrig bleibt als zusammen in einer Gruppe zu lernen. Oftmals ist die Zusammenarbeit in der Gruppe wichtig um eine schwere Klausur oder ein Seminar zu bestehen. Daher wird man um eine Gruppenarbeit an einer Hochschule nicht rumkommen.

Bei einer Teamarbeit an der Universität oder Fachhochschule wirst du bestens auf dein Berufsleben vorbereitet. Dies gilt für anspruchsvollere Positionen, ansonsten würdest du ja nicht studieren.

Du wirst schnell merken, dass Einzelarbeit an einer Universität nicht immer produktiv ist, auch wenn es oftmals angenehmer ist. Gerade wenn es darum geht Texte zu verstehen, Exzerpte herzustellen oder sie neue Lösungsansätze herleiten müssen, eignet sich die wissenschaftliche Arbeit in einer Gruppe hervorragend. Alleine schaffst du das meist gar nicht. Dabei muss Gruppenarbeit ja nicht immer heißen, dass die Teilnehmer immer miteinander diskutieren und zusammenarbeiten. Jeder arbeitet für sich. Du kannst dich aber mit nützliche Dingen aushelfen und fachliche Fragen stellen, welche du beantwortet bekommst.

Weiterhin ist das Lernen in der Gruppe vorteilhaft, weil du von der Gruppendynamik motiviert wirst und dich gleichzeitig ihr Wissen ungemein erweitern kannst.