Deine Hilfe-Tipps bei der Prüfungsangst

Viele Studenten und Studentinnen fangen schon Wochen oder Monate vor einer bevorstehenden Prüfung an, sich Horrorszenarien auszudenken, was alles schiefgehen könnte. Egal ob mündliche Prüfung, Referat oder die Abschlussklausur am Ende des Semesters. Dabei vergessen sie nicht selten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Lernen. Mit ein paar hilfreichen Tipps und Tricks gelingt es auch dir, dein Lampenfieber in den Griff zu bekommen und die bevorstehende Prüfung sicher hinter sich zu bringen.

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So nimmst du deine Angst vor der Prüfung wahr

Die Dauer und auch die Ausprägungen solcher Prüfungsängste sind oft von Student zu Student unterschiedlich. Manchmal hindern sie einen sogar gänzlich daran, an einer Prüfung teilzunehmen. Viele Studierende wollen sich nicht eingestehen, unter Prüfungsangst zu leiden. Jedoch liegt da der erste große Fehler: Nur, wenn du dir deine Angst vor der Prüfung bewusstmachst und eingestehst, kannst du sie behandeln.

Doch woher rührt eine solche Angst? Es ist meistens die Furcht vor der sozialen Bewertung. Viele Studierende haben Angst vor dem sogenannten Gesichtsverlust. Sie machen sich Sorgen, dass sie bei einer verhauenen Prüfung sich zu sehr blamieren, ihr Studium nicht schaffen, in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Obwohl diese Zweifel und Ängste oft unbegründet sind, können viele sie nicht einfach loswerden. Der Druck von außen spielt dabei auch eine große Rolle. Vielleicht sind alle deiner Freunde Überflieger, denen alles im Leben gelingt? Oder deine Eltern und Geschwister haben promoviert, und du hast Angst, deine Familie zu enttäuschen, falls du einen anderen Weg anstrebst? Es gibt viele Gründe, sich eine solche Angst aufzubauen, bis man keinen Ausweg mehr weiß. Doch in den meisten Fällen sind diese Ängste unbegründet. Mit einigen hilfreichen Tricks kannst du deine Prüfungsangst und die Nervosität in den Griff bekommen.

Auf den eigenen Kopf und Körper achten

Es gibt einige Symptome, auf die es zu achten gilt. Viele Studenten mit Prüfungsangst leiden unter Stimmungsschwankungen, Verspannung und innerer Unruhe. Auch Schwindelgefühle und Reizbarkeit können Symptome einer solchen Angst sein. Einige Studenten haben schon Wochen vor der Prüfung keinen Appetit mehr und müssen sich regelrecht zwingen, etwas zu essen. Die Auswirkungen: du kannst dich nicht mehr auf das Lernen konzentrieren, ziehst dich vor Freunden und Familie zurück. Dabei ist gerade das der schlechteste Weg, aus der Angst herauszukommen.

Diese Prüfungsangst entsteht im Gehirn. Versuche deshalb, deine negativen Gedanken mit guten zu ersetzen. Überlege es dir, wie du dich nach der bestandenen Prüfung belohnen kannst. Visualisiere den Moment der bestandenen Prüfung. Was genau wird danach passieren? Werden Freunde und Kommilitonen dich abholen und mit dir gemeinsam die Prüfung feiern? Stell dir auch deine Gefühle nach der bestandenen Prüfung vor. Das wird dir dabei helfen, Motivation für das Lernen aufzubringen, und du vergisst deine Ängste schnell.

Ein weiterer hilfreicher Tipp: Schreibe auf Karteikarten deine Ängste. Auf die eine Seite schreibst du, wovor du Angst hast und was passieren könnte. Auf die andere Seite kommen die positiven Gegenstücke. So kannst du dir schnell deutlich machen, dass jeder negative Gedanke auch ein positives Gegenstück hat.

Das Lernen nicht vergessen

  • Fange rechtzeitig an zu lernen. So entsteht nicht zusätzlich zu der Prüfungsangst auch noch der Zeitdruck, der dir extra Stress bringt. Bestimme genau das Thema deiner Prüfung, und lass dich nicht durch Unwichtiges ablenken. Halte dich an einen gut strukturierten Lernplan, zeige erreichte Ziele auf und mache genügend Pausen.
  • Du musst nicht am ersten Tag des Lernens schon alles für die Prüfung wissen! Stecke dir realistische Ziele, aber vergiss das Leben dabei nicht. Sprich mit deinen Freunden über die bevorstehende Prüfung und die Ängste, die damit verbunden sind. Wenn du etwas vom Lernstoff nicht verstehst, scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten. Es hat nichts mit Schwäche zu tun, wenn man ein Thema nicht versteht.
  • Mach dir bewusst, dass jeder im Leben auf die Hilfe von anderen angewiesen ist. Es hilft, Lerngruppen zu bilden. So kannst du sehen, dass du mit deinen Kommilitonen auf dem gleichen Stand bist und dass du nicht hinterherhinkst, wie du es vielleicht dachtest. Deine Kommilitonen befinden sich in derselben Situation wie du. Mit Freunden arbeiten macht mehr Spaß und ist meistens viel erfolgreicher. Bestimmt gibt es einige in deiner Lerngruppe, die eine solche Prüfung vollkommen kalt lässt. Rede genau mit diesen Personen. Verdeutliche ihnen deine Ängste, und lass dir helfen.

Entspanne dich

Das ist oft leichter gesagt als getan. Aber: entspanne dich zwischen den Lernpausen. Mache Yoga, oder versuche zu meditieren. Auch Atemübungen können gut gegen das Herzrasen helfen. Lege genügend Lernpausen ein, und mache etwas Schönes, das dich vom Lernstress ablenkt. Lass deine Angst zu, aber lass dich nie von ihr bedrängen. Wenn du schon während der Lernphase bestimmte Atemübungen einsetzt, helfen genau diese dir direkt vor der Prüfung, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Bleibe realistisch

Keiner erwartet von dir, dass du jede Prüfung mit Bravour ablegst. Viele Studenten machen sich selber den Stress, in jedem Fach der oder die Beste sein zu müssen. Verabschiede dich von diesem Gedanken. Natürlich ist es gut, ein hohes Ziel für sich selber zu haben. Aber es ist auch nicht schlimm, wenn du dieses Ziel nicht immer erreichst. Oft reicht auch das Bestehen einer Prüfung für den Verlauf des Studiums.

Visualisiere deine Prüfung genau. Überlege es dir, wer dich im Prüfungsraum erwarten wird. Stell dir genau vor, wie du aussehen wirst, und übe dein sicheres Auftreten vor den Prüfern. So wird dir die tatsächliche Situation bekannt vorkommen, und das kann dir die Angst vor der Prüfung nehmen. Verfalle vor der Prüfung nicht in Panik, sondern mache dir bewusst, dass du genug gelernt hast und die Prüfung sicher bestehen wirst.

Denke auch darüber nach, was das Schlimmste sein kann, wenn du diese Prüfung in den Sand setzt. Du wirst sehen, dass es so schlimm gar nicht sein wird. Und wenn du in der Prüfung tatsächlich ein Blackout bekommen solltest: Sei ehrlich, und sage es deinem Prüfer oder deiner Prüferin. Er oder sie wird dir mit Sicherheit weiterhelfen. Es hilft keinem etwas, wenn du in der Situation niemandem Bescheid gibst, weil du dich schämst.

Mache dir bewusst: Prüfer sind auch nur Menschen. Auch sie haben schon diverse Prüfungen ablegen müssen, und wissen, in welcher Situation sich die Studenten befinden!