Ein Referat leicht vorbereiten

Ein gelungenes Referat hängt nicht nur von Selbstbewusstsein und dem richtigen Auftritt ab, sondern ist maßgeblich auf eine gute Vorbereitung zurückzuführen. Von der Wahl des Themas über den Aufbau und die Präsentation bis hin zum Training des Vortrags erfahren Sie in diesem Artikel, alles, was Ihnen für ein gutes Referat hilfreich ist.

Referat

Die Themenwahl zum Referat

Ob im Studium, in der Schule oder noch im Berufsleben, ein Referat kann Ihnen an zahlreichen Positionen in Ihrem Leben begegnen. Nicht immer haben Sie dabei die freie Wahl, worüber Sie referieren. Mancher Arbeitgeber gibt Ihnen das Thema Ihres Vortrags vor und auch im Studium kann es vorkommen, dass Sie bereits im Vorfeld bei Ihrer Themensuche eingegrenzt werden. Oft ist dies aber kein Nachteil, sondern hilft Ihnen vielmehr schneller das Thema für Ihr Referat zu finden.

Wird Ihnen kein Thema für Ihr Referat vorgegeben, beginnen Sie rasch damit Informationen zu sammeln. Gibt das Seminar oder die besuchte Vorlesung bereits erste Hinweise? Haben Diskussionen mit anderen Studenten Ihnen bereits ein interessantes Thema nahegelegt oder ist es letztlich der Dozent, der Ihnen ein Referatsthema zuteilt? Ganz egal, wie die Suche nach Ihrem Vortragsthema im Detail ablief, wenn Sie es gefunden haben, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Auch sollten Sie vorab überlegen, in welcher Sprache Sie referieren werden. Womöglich macht ein Referat in deutscher Sprache an mancher Stelle mehr Sinn als eines auf Englisch. Dies muss vorab geklärt sein.

Das Referat – Schritt für Schritt

Machen Sie sich einen groben Überblick über Ihr Referatsthema; recherchieren Sie die ersten Quellen und die vorhandene Literatur zu dem Thema. Ist das Gebiet zu weitläufig, grenzen Sie es direkt ein und setzen Schwerpunkte. Je nachdem wie anspruchsvoll Ihr Dozent, Ihr Lehrer oder Ihr Arbeitgeber ist, sollten Sie auch die anspruchsvolle Literatur miteinbeziehen. Das heißt natürlich nicht, dass Sie in Ihrem Referat nur hochgestochen und rein wissenschaftlich referieren sollen, denn Ihre Präsentation soll für den Zuhörer ein informatives Vergnügen sein. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nun auch nicht, dass Sie sich bei Ihren Ausführungen nur auf Wikipedia und Yps-Hefte stützen. Schreiben Sie Ihre Quellen und Literatur innerhalb einer Bibliografie auf, die Sie im Anschluss Ihres Referats auch noch als einzelnen Folie zeigen können. Bleiben Sie bei der Literatursuche in einem überschaubaren Feld, aber fixieren Sie sich nicht nur auf ein bis zwei Bücher.

Wie Sie Ihr Referat aufbauen sollten

Nun geht es an das Gerüst Ihres Referats. Dazu müssen Sie eine logische Gliederung entwerfen, die für Ihre Zuhörer später plausibel erscheint und nicht zu sehr hin und her springt. Wenn Sie etwa ein historisches Thema erarbeiten, empfiehlt es sich einer Chronologie zu folgen. Wechseln Sie von einem Jahrzehnt zum nächsten Jahrhundert nicht. Egal in welchem Fachbereich Sie Ihr Referat halten werden, es gilt immer ein klarer Aufbau bestehend aus Einleitung, Hauptteil und Schlussteil.

  1. Die einleitenden Worte sollten einen groben Überblick geben, über das, was den Zuhörer in der Zeit Ihres Referats erwartet. Nicht mehr und nicht weniger! Dabei können Sie kurz auf Ihren Aufbau und die Organisation eingehen. Zum Beispiel: „Heute referiere ich über die Malerei der Impressionisten. Nachdem ich Ihnen kurz die Definition von Impressionismus vorgestellt habe, werde ich Ihnen in einem chronologischen Überblick die wichtigsten Vertreter der impressionistischen Malerei sowie Ihre Hauptwerke vorstellen. Ich beschränke mich dabei rein auf Frankreich und klammere Tendenzen in anderen europäischen Ländern aus. Abschließend gehe ich noch kurz auf die Quellenlage ein und lade Sie herzlich zur Diskussion ein.“
  2. Selbstverständlich müssen Sie nicht zur Diskussion einladen. In der Regel erfolgt nach einem Vortrag aber ohnehin ein Gespräch zwischen Ihnen als Referenten, dem Dozenten und Ihren Kommilitonen. Sie erhalten Feedback und möglicherweise gibt es noch Fragen. Daher können Sie auch gleich dazu einladen: Das wirkt selbstsicherer!
  3. Im Hauptteil Ihres Referats schildern Sie Ihr Thema. Ohne Umschweife, jedoch möglicherweise in einige Unterpunkte gegliedert, gehen Sie genau auf den Inhalt ein. Es geht in Ihrem Referat um die Malerei der Impressionisten, dann schweifen Sie ja nicht ab zu den Bildhauern der Gotik. Tragen Sie nach jedem Abschnitt oder Unterpunkt ein kurzes Resümee vor. Bedenken Sie immer, dass Ihnen auch zugehört werden soll. Das gelingt nur, wenn Ihre Informationen kurz und knapp vorgetragen werde und Sie immer wieder auf das Wesentliche zurückkommen.
  4. Zu guter Letzt folgt Ihr Fazit, Ihr Schlussteil oder Ihre Conclusio. Der letzte entscheidende Teil ihrer Präsentation, in dem Sie Ihre Schlussfolgerungen unterbringen.

Das Auge isst mit

Um Ihre Zuhörer zu fesseln und zu begeistern, ist es ebenfalls sinnvoll Ihnen neben dem gesprochenen Wort auch einen visuellen Anreiz zu geben. Bereiten Sie eine Power-Point-Präsentation vor, die Sie während Ihres Vortrags abspielen lassen oder drucken Sie Thesenzettel oder Mind Maps aus, die Sie vor Beginn Ihres Referats in der Runde verteilen.
Aber auch bei diesen Hilfsmitteln gilt: Weniger ist mehr! Sie unterstellen Ihren Zuhörern zwar keine Dummheit, aber überfordern möchten Sie sie auch nicht. Immerhin sind Sie drin im Thema und können von den anderen nicht erwarten den gleichen Kenntnisstand zu haben wie Sie. Ziel ist es, dass Ihre Zuhörer nach Ihrem Referat genau so gut informiert sind, wie Sie es sind.
Zu viele verfügbare Informationen oder Varianten innerhalb ihrer bildlichen Präsentation in Form von Fotos, Diagrammen, Karten oder Statistiken verleiten zum Lesen und lenken vom Zuhören ab. Zu wenig Informationen hingegen können dazu führen, dass Ihre Zuhörer sich nichts darunter vorstellen können, was Sie im Detail in Ihrem Referat ansprechen. Gerade bei Kunsthistorikern, Medienwissenschaftlern oder Kulturwissenschaftlern ist abbildendes Material ein Muss. Zitate müssen deutlich als solche gekennzeichnet sein.

Übung macht den Meister

Ein guter Vortrag ist ein frei gesprochener Vortrag, daher gilt: Üben, üben, üben! Wenn Sie Ihren Text einfach nur ablesen, klingt Ihr Referat gleich langweilig und monoton und Sie haben die Gunst der Zuhörer gleich verspielt. Daher sollten Sie versuchen möglichst frei zu reden. Kleine Karteikärtchen mit den wichtigsten Stichpunkten sind natürlich erlaubt und helfen Ihnen sich an Ihrem roten Faden zu orientieren. Die Verwendung von Karteikarten gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit. Falls Sie sich doch einmal nicht erinnern, wie es bei Ihrer Präsentation weitergeht, schauen Sie einfach drauf. Wenn nicht, umso besser. Bei Angstanfällen folgen Sie diesen Methoden nach.
Ein paar letzte Tipps, die Sie beherzigen sollten:

  • Sprechen Sie klar und deutlich und in einem Tempo, dass Ihrer Sprache angemessen ist. Sie müssen in verschiedenen Sprachen referieren? Dann achten Sie besonders auf die korrekte Aussprache.
  • Vermeiden Sie unnötige Füllwörter und versuchen nicht zu stottern.
  • Verwenden Sie Synonyme, um sich in der Wortwahl nicht ständig zu wiederholen.
  • Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Publikum. Das ist eine der wichtigsten Bedingungen für ein gelungenes Referat.
  • Machen Sie Pausen, um Luft zu holen und bestimmten Aussagen rhetorisch Bedeutung zu verleihen.
  • Stoppen Sie die Zeit und üben solange bis Sie innerhalb des zeitlichen Rahmens, der Ihnen gesetzt wurde, fertig werden. Notfalls gilt es zu kürzen oder an anderer Stelle noch in die Tiefe zu gehen.