Erstellung eines Thesenpapiers


Erstellung eines Thesenpapiers

Im Zuge des Bachelor- oder Mastestudiums an einer Universität oder Hochschule kommen viele Studierende nicht umhin ein Thesenpapier zu erstellen. Dieses Mittel der Kommunikation wird vor allem in einer mündlichen Prüfung bzw. der mündlichen Vorstellung von Forschungsergebnissen benötigt. Andere Verwendungsbereiche sind auch die Ergänzung eines Referats oder die Anregung einer Podiumsdiskussion.

Was ist ein Thesenpapier?

Bei einer These handelt es sich per Definition um eine Behauptung, die in Form eines Satzes formuliert wird. Diese sollte immer möglichst kurz und prägnant gefasst sein. Grundsätzlich ist eine These auch in der Theorie widerlegbar. Ihre Charakteristik macht aus, dass diese mit Argumenten gestützt werden kann, es allerdings auch Argumente und Einwände gegen die These gibt. Ein Thesenpapier ist also die kurze und prägnante Zusammenfassung einer oder mehrerer Behauptungen, die im Rahmen eines Referats, einer mündlichen Prüfung oder einer Diskussion behandelt werden. Besonders spannend sind dabei Thesen, die ein aktuelles Thema behandeln. Ebenso eignen sich emotional behaftete oder grundsätzlich strittige Thesen immer gut für die Behandlung im Rahmen eines Referats oder Vortrags oder einer Prüfung. Zudem sollte es zu der behandelten Thematik auch immer eine Kontroverse, vielleicht sogar eine öffentliche Diskussion geben. Im Vorfeld des Referats sollte das Thesenpapier an die Zuhörer verteilt werden, um diese besser auf die kommende Thematik einzustimmen. Zudem hat es den Zweck Rückfragen und Widersprüche im Publikum hervorzurufen. Dabei ist das Thesenpapier nicht mit einem zusammenfassenden Handout zu verwechseln, welches zusätzlich ausgegeben werden kann. Der Aufbau der einzelnen Thesen sollte dabei nicht unbedingt eindeutig gestaltet werden. So schafft man mehr Raum für eine Diskussion. Existiert eine schriftliche Arbeit zusätzlich zum Referat, so sollte auf dem Thesenpapier darauf hingewiesen werden und die Textstellen benannt werden, an denen die These behandelt wird.


Der Aufbau eines Thesenpapiers

Ein Thesenpapier sollte möglichst kurz und auf den Punkt bringend formuliert sein. Im Maximum sollte die Länge eines Thesenpapiers drei Seiten nicht überschreiten. In der Kopfzeile des Thesenpapiers sollten die organisatorischen Daten vermerkt sein. Dazu gehören:

  • Name des Erstellers
  • Matrikelnummer
  • Kontaktdaten, mindestens E-Mail-Adresse
  • Name der Veranstaltung
  • Titel der Arbeit
  • Datum
  • Name des Dozenten und des Prüfers (falls abweichend)

In erster Linie werden auf dem Thesenpapier die einzelnen Thesen aufgelistet. Um diese im Zusammenhang verstehen zu können, muss jedoch im Vorfeld das Thema der Ausarbeitung und die zugrundeliegende Fragestellung niedergeschrieben werden. Für eine bessere Übersicht empfiehlt sich eine Nummerierung der Thesen vorzunehmen. Für die Gestaltung des Hautteils des Thesenpapiers eignen sich grundsätzlich drei verschiedene Formen:

1. Möglichkeit:

Erste These – Begründung der These bzw. Kommentar
Zweite These – Begründung der These bzw. Kommentar
Etc.

In der Begründung bzw. dem Kommentar zu einer These sollten die Argumente aufgeführt werden, welche die These stützen. Insbesondere Literaturverweise und die Angabe von seriösen Quellen wirken unterstützend für eine These. Auch andere Belege, wie Statistiken oder Fallmaterial, aber auch eigene Erfahrungen können für die Stützung einer aufgestellten These verwendet werden.

2. Möglichkeit:

Erste These – Antithese
Zweite These – Antithese
Etc. 

Die Aufstellung einer Antithese sollte die aufgestellte Behauptung widerlegen und eine Gegenposition einnehmen. Erst im weiteren Verlauf des Referats werden die jeweiligen Argumente und Aspekte gegeneinander abgewogen.

3. Möglichkeit:

Erste These – Antithese – Synthese 
Zweite These – Antithese – Synthese 
Etc.

In der zusätzlichen Synthese wird die Verbindung zwischen der These und der Antithese und deren Gegensätze erläutert.

Am Ende des Thesenpapiers wird in der Regel noch ein Schlusskommentar eingefügt. Des Weiteren ist die Angabe der verwendeten Literatur am Ende des Thesenpapiers nicht zu vergessen. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens und muss daher unbedingt auch bei der Erstellung eines Thesenpapiers eingehalten werden.

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Was gilt es zu beachten?

Um ein schlüssiges Thesenpapier zu erstellen, geht man am besten wie folgt vor:

  1. Noch vor der Erstellung des Thesenpapiers sollte man sich grundsätzlich Gedanken darüber machen, was in dem Thesenpapier wiedergegeben werden soll. Dabei ist zu erörtern, welche Fragen überhaupt im Zusammenhang mit dem Thema relevant sind. Wie bereits beschrieben eignen sich aktuelle, grundsätzlich strittige und Emotionen erzeugende Themen immer sehr gut für ein Thesenpapier. Dabei gilt es herauszufinden, was das ursächliche Problem dabei ist und welche unterschiedlichen Positionen dazu vertreten werden. Auch die eigene Ansicht sollte dabei mit einfließen. Dabei muss immer klar seine, wessen Haltung wiedergegeben wird, die eigene, die eines anderen Autors oder werden verschiedene Positionen miteinander verglichen? Bei allen Punkten, die die Aussagen oder Meinungen anderer wiederspiegeln sind natürlich die entsprechenden Quellen anzugeben.
  2. Im nächsten Step sollten im Zuge eines Brainstormings alle Thesen aufgeschrieben werden, die zu diesem Thema zu finden sind. Gleichzeitig gilt es, entsprechend stützende oder widerlegende Argumente für die jeweiligen Positionen zu finden.
  3. Nicht alle aufgestellten Thesen müssen den Weg auf das Thesenpapier finden. Daher sollte man festlegen, welche Thesen tatsächlich auf das Thesenpapier gehören. Dazu gilt es diese auszuwählen, die einem selbst wichtig erscheinen und zusätzlich keiner großen Erklärung bedürfen.
  4. Die Thesen auf dem Thesenpapier sollten in einer sinnhaften Reihenfolge aufgelistet werden. Der Zuhörer – respektive der Prüfer – muss den Argumentationen schlüssig folgen können. Dazu sollten die einzelnen Thesen möglichst nur einen klar definierten und eingegrenzten Punkt behandeln.
  5. Sind alle Thesen niedergeschrieben und das Thesenpapier vollständig, sollte im Zuge der Selbstkontrolle noch einmal die Relevanz der einzelnen Thesen überprüft werden. Hierbei gilt: Weniger relevante Thesen sind besser als viele unrelevante! Auch die Sinnhaftigkeit der Argumentation sollte im Zuge dessen überprüft werden.
  6. In dem folgenden Schlusskommentar sollte die eigene Position zu den Thesen deutlich werden. Konnte keine der Thesen zu einer klaren eigenen Position überzeugen, so sollte auch dies beschrieben werden, damit der Prüfer merkt, dass sich mit den Thesen ausführlich auseinandergesetzt wurde.
  • Wichtig: Das Thesenpapier sollte kurz und knapp formuliert werden. Es dient nicht der Informationsverteilung und unterscheidet sich daher deutlich von einem Handout! Außerdem darf es nicht den gesamten Inhalt der Präsentation vorwegnehmen.